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Stand: 28. April 2012
Der Verteidigungsminister spricht seit wenigen Monaten erstmals von „Veteranen“. In seiner Rede vor dem Deutschen Bundestag am 22. September 2011 beschreibt er die Eindrücke und extremen Gewalterfahrungen, denen die Soldaten im Einsatz ausgesetzt sind: „Zu dieser Einsatzrealität gehört auch, dass es in Deutschland seit einigen Jahren wieder Veteranen gibt, Veteranen der Bundeswehr. Ich bekenne mich heute zu diesem Begriff. Die Bundeswehr ist eine Armee im Einsatz. Wie andere Nationen sollten wir deshalb von unseren Veteranen sprechen.“
Während seiner USA-Reise im Februar 2012 schlägt der Bundesminister der Verteidigung einen Ehrentag für Veteranen vor. Dieser Veteranentag könne an den Volkstrauertag gekoppelt werden und dazu genutzt werden, die Anerkennung von Veteranen zu fördern. Auch zur Verleihung von Tapferkeitsmedaillen könne ein solcher Tag genutzt werden. Thomas de Maizière kündigt an, eine breite Diskussion anzuregen. „Ein Veteranentag sollte Teil der Veteranenpolitik sein. Jetzt ist es Zeit, dies zu diskutieren“.
Sechs Monate nach seinem Bekenntnis zu dem Begriff des Veteranen im Deutschen Bundestag stellt der Verteidigungsminister Anfang April 2012 ein erstes Diskussionspapier vor, ein Veteranenkonzept soll bis Ende des Jahres erarbeitet werden.
Er regt an, „sachlich und offen über eine Veteranenpolitik zu diskutieren“. Zum Begriff „Veteran“ stellt er fest, dass er sich „einer festen Definition und einheitlichen Kriterien“ entzieht. Für die Bundeswehr sei es notwendig, „den Personenkreis, der künftig zu den Veteranen der Bundeswehr gezählt werden soll, festzulegen“. Der Bundesminister weist darauf hin, dass eine „Spaltung der Streitkräfte“ in Soldaten mit und ohne Veteranenstatus zu vermeiden sei und lässt eine eigene Definition offen.
Als Veteranentag schlägt der Verteidigungsminister nunmehr den 22. Mai vor, der Tag, an dem 1956 die verfassungsrechtlichen Grundlagen für die Bundeswehr in Kraft getreten sind.
Als konkrete Elemente einer Veteranenpolitik enthält das Themenpapier die Gründung von Veteranenheimen, die Einführung eines Veteranenabzeichens, die Unterstützung von Veteranentreffen und die Einführung eines Veteranenbeauftragten.
Der Bund Deutscher Veteranen begrüßt das Bekenntnis des Verteidigungsministers zum Begriff des Veteranen ebenso, wie den Vorschlag eines Veteranentages. Damit stößt Thomas de Maizière eine wichtige Diskussion an und nimmt eines unserer Anliegen als Veteranenverband auf.
Die Tatsache, dass der Minister zwar den Begriff des Veteranen benutzt, diesen aber bislang nicht definiert, lädt alle Beteiligten zu einer ergebnisoffenen Diskussion ein. Mittlerweile haben sich Vertreter aus Politik, Bundeswehr und Medien dazu öffentlich geäußert.
Der Bund Deutscher Veteranen vermisst allerdings bei fast allen Diskussionsteilnehmern die klare Positionierung zum Begriff des Veteranen. Wir sind der Meinung, dass zunächst die Begrifflichkeit definiert werden sollte, bevor für eine mögliche Veteranenpolitik Vorschläge abgewogen werden können. Offensichtlich herrscht darüber, was Veteranen eigentlich sind, sein sollen oder sein wollen, eine große Verunsicherung, obgleich zahlreiche derzeitige Diskussionsteilnehmer diesen Begriff seit Jahren verwenden.
Der Bund Deutscher Veteranen hat in seiner Vereinssatzung festgelegt, sich in Gesellschaft und Politik „für den Respekt und die Anerkennung gegenüber den Veteranen der Bundeswehr und deren Familien“ einsetzen zu wollen. Daher begrüßen wir die derzeitige Diskussion. Der bisherige Meinungsaustausch durch kurze Verlautbarungen in der Presse erscheint uns hingegen als nicht hinreichend. Der Bund Deutscher Veteranen möchte mit folgenden Positionen und einigen Vorschlägen die Diskussion bereichern:
Der Begriff „Veteran“ ist zwar im deutschen Wortschatz enthalten, jedoch nicht im allgemeinen Sprachgebrauch für Einsatzsoldaten der Bundeswehr gebräuchlich.
Umgangssprachlich sagt man „Veteran“ zu betagten und geschätzten Fahrzeugen, ebenso zu Künstlern oder Athleten, mit denen man über lange Jahre öffentliche Anerkennung für ihre besonderen Leistungen und Erfahrungen verbindet.
Für Soldaten ist der Begriff „Veteran“ in Deutschland zwar bekannt, wird aber meist für Soldaten der Weltkriege oder Soldaten anderer Nationen angewandt (z.B. Vietnam-Veteran). Eine allgemeingültige Definition gibt es in Deutschland (noch) nicht, ebensowenig die in anderen Nationen üblichen Gedenktage.
Der Begriff des „Veteranen“ ist seit tausenden von Jahren in zahlreichen Ländern gebräuchlich. Bereits vor unserer Zeitrechnung wurde im Römischen Reich über die Versorgung von „Veteranen“ politisch gestritten und der Versuch unternommen, nach den Feldzügen die großen Heerscharen der Legionen mit Land und Geldgeschenken aus den erbeuteten Schätzen zu versorgen und auszumustern. Die Veteranen sollten als Bauern neue Existenzen aufbauen. Der Begriff an sich war jedoch nicht strittig: Jeder Soldat, der aus dem Krieg heimkehrte, war ein „Veteran“.
Aus dem lateinischen Sprachgebrauch stammt die schließlich bis heute gebräuchliche Bezeichnung „Veteran“ – vetus bedeutet so viel wie „alt“ oder „erfahren“.
Seit dem frühen 19. Jahrhundert gründeten sich in Deutschland zahlreiche Veteranenvereine, um auf die Interessen ehemaliger Kriegsteilnehmer hinzuweisen. Nach dem Ersten Weltkrieg traten vermehrt Veteranenvereinigungen auf, die zum Teil sehr unterschiedliche politische Richtungen vertraten und in der Weimarer Republik in das gesellschaftliche Leben integriert waren.
Nach Ende des Zweiten Weltkrieges verboten die Siegermächte zunächst Veteranenverbände in Deutschland. Seit den 1950er Jahren jedoch gründeten sich zahlreiche lokale und bundesweite Vereinigungen und Vereine, die bis in die 1970er Jahre eine Anzahl von schätzungsweise 2.000 erreichten. Zur Veteranenkultur gehörte die Erinnerung an Kriegsgefangene und gefallene Kameraden, derer in öffentlichen Veranstaltungen mit Teilnahme von Bürgern und Politikern gedacht wurde, aber auch die Erinnerung an Kriegserlebnisse oder die Versorgung von Invaliden oder Kriegsblinden.
Erst in den 1970er und 80er Jahren verschwanden die Veteranen aus dem öffentlichen Bewusstsein. Viele Vereine traten immer weniger in Erscheinung oder lösten sich auf. Das allmähliche Aussterben der Betroffenen mag daran erheblichen Anteil haben. Aber vor allem die in Deutschland stärker werdende Friedensbewegung und der, spätestens seit der „Wehrmachtsausstellung“ kontrovers diskutierte „Mythos der sauberen Wehrmacht“ führte dazu, dass man den Begriff des Veteranen vermied.
Andere Nationen ehrten ihre Veteranen vergangener Kriege, stellten deren besondere Leistungen für die eigene Nation heraus – oft auch mit Heldengedenktagen und der Erinnerung an Tapferkeit, Mut und Opferbereitschaft für das eigene Land. Deutschland hingegen gedachte zwar seiner Toten und Gefallenen, nicht aber generell der Veteranen. Diese Zurückhaltung erschien angemessen, hatten doch die Wehrmachtssoldaten an einem Angriffs- und Vernichtungskrieg teilgenommen, der nunmehr als ein „vom nationalsozialistischen Deutschland verschuldetes Verbrechen“ bezeichnet wurde.
Bundeswehrsoldaten waren im Kalten Krieg eingesetzt, jedoch nicht in kriegerische Auseinandersetzungen und wurden daher nicht als Veteranen bezeichnet. Die Vorbehalte im Sprachgebrauch blieben mit dem Beginn der Auslandseinsätze ab 1992 zunächst erhalten. Erst allmählich wurde der Sprachgebrauch der Bundeswehr konkreter: Die letzten drei Verteidigungsminister haben immerhin die Begriffe „gefallener Soldat“ – „Krieg“ – „Veteran“ in ihren Wortschatz aufgenommen.
Wir verstehen unter einem Veteranen einen Soldaten, der als Teil der Streitkräfte seines Landes in einem Auslandseinsatz oder Krieg eingesetzt war. Für die Bundeswehr definieren wir den Veteranen als eine Soldatin oder einen Soldaten der Bundeswehr, die oder der in einem Auslandseinsatz eingesetzt war. Einsatzdauer, Einsatztage insgesamt oder der Einsatzort sind dabei ebenso wenig ausschlaggebend, wie die Tätigkeit selbst oder der Dienstgrad.
Es erscheint derzeit nicht möglich, eine Definition zu finden, die ohne Kritik und Gegenstimmen bleibt. Ein Veteranenbegriff für die Bundeswehr sollte dennoch von einer Vielzahl der so bezeichneten Soldaten akzeptiert werden, zudem von einer breiten Mehrheit in der Gesellschaft getragen und möglichst nicht per Gesetz verordnet werden. Es wäre nicht angemessen, wenn z.B. der jetzige Verteidigungsminister die Bezeichnung Veteran definiert, aber möglicherweise eine neue Bundesregierung eine Legislaturperiode später den Veteranenbegriff anders nutzen oder gar wieder abschaffen würde. Daher sollte ein breiter und nachhaltiger Konsens im Deutschen Bundestag über Fraktionsgrenzen hinweg gefunden werden. Hierzu sollte der Dialog mit den Veteranen selbst gesucht werden.
Diese haben durchaus unterschiedliche Auffassungen über die Begrifflichkeit. Bereits am 13. Oktober 2010 startete der Bund Deutscher Veteranen eine Online-Umfrage unter den Lesern seiner Homepage. Jeder Online-Besucher konnte nur eine Stimme abgeben. Bis zum 31. Dezember 2010 stimmten insgesamt 1016 Leser ab.
Die Frage lautete:
Wer oder was ist ein Veteran? Sind außer den Veteranen aus „echten“ Kriegen die heutigen Soldaten der Bundeswehr für Sie Veteranen?
Die Stimmen in absoluten Zahlen verteilten sich wie folgt:
Ja, jeder Soldat der Bundeswehr: 158
Ja, und zwar generell jeder Bundeswehrsoldat mit Einsatzerfahrung: 677
Ja, aber nur der Bundeswehrsoldat mit Erfahrung im Gefecht: 134
Nein, die Soldaten der Bundeswehr bezeichne ich nicht als Veteranen: 47
Der Bund Deutscher Veteranen erhebt mit dieser Befragung keinen Anspruch auf eine empirische Untersuchung. Dieses Stimmungsbild verdeutlicht jedoch, dass zumindest unter unseren Lesern eine starke Tendenz erkennbar ist, dass mehrheitlich mit „Veteranen“ Einsatzsoldaten gemeint sind.
Der Bund Deutscher Veteranen hat sich bereits mit seiner Vereinsgründung im August 2010 auf einen Veteranenbegriff verständigt und diesen benannt. Den häufigsten Kritikpunkten gegenüber unserer Auffassung stellen wir uns gerne:
Andere Meinungen:
Deutschland braucht den Begriff des Veteranen nicht und sollte diesen nicht mehr benutzen. Der Begriff ist in Deutschland besonders durch die Veteranen des Zweiten Weltkrieges historisch belastet.
Bund Deutscher Veteranen:
Die Bezeichnung „Veteran“ ist seit tausenden von Jahren üblich, weltweit in zahlreichen Ländern verbreitet und entspricht der üblichen Bezeichnung für Kriegsheimkehrer. Er wird auch von der weltweiten Föderation der Veteranenverbände genutzt, in der sich 170 Veteranenverbände aus 89 Ländern zusammengeschlossen haben. Der Begriff an sich ist ebenso wenig verboten oder belastet wie die Bezeichnungen „Partei“ oder „Volk“, auch wenn das nationalsozialistische Deutschland diese Begriffe benutzt hat. Die Soldaten des Zweiten Weltkrieges sind nicht nur durch die Begrifflichkeit „Veteran“ in Täter oder Opfer, in Widerstand oder Verbrecher zu kategorisieren. Veteranen aller Nationen haben zudem an den Gräbern der Gefallenen für Versöhnung und Frieden geworben. Die Bundeswehr hat darüber hinaus seit nunmehr 20 Jahren mehr als 300.000 Frauen und Männer einer Parlamentsarmee in Auslandseinsätze entsandt und somit eine eigene Tradition von Veteranen der Bundeswehr hervorgebracht, die sich gerade bei anderen Nationen Achtung und Respekt erworben haben.
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Andere Meinungen:
Der Begriff des Veteranen und seine Benutzung führen zu einer Militarisierung der Gesellschaft.
Bund Deutscher Veteranen:
Ob nun die Bezeichnung „Einsatzsoldat“ gewählt wird oder der Begriff „Veteran“ – die Gesellschaft lässt sich dadurch nicht militarisieren. Es scheint jedoch angebracht, die Dinge beim Namen zu nennen und einen ähnlichen „normalen“ Sprachgebrauch zu finden, wie im Umgang mit den Begriffen „Pazifist“ und „Kriegsdienstverweigerer“.
Darüber hinaus kann eine gemeinsam gefundene und gesellschaftliche getragene Begrifflichkeit „Veteran“ sogar mit dazu beitragen, eine „Fehldefinition“ oder irreführende Auslegungen zu vermeiden.
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Andere Meinungen:
Durch die Bezeichnung Veteran wird ein Keil zwischen die Soldatinnen und Soldaten mit und ohne Einsatzerfahrung getrieben, dies entspricht nicht dem kameradschaftlichen Gefüge der Bundeswehr.
Bund Deutscher Veteranen:
Der Begriff des Veteranen definiert eine Gruppe von Soldaten, die über die besondere Erfahrung eines Einsatzes verfügen und grenzt dadurch tatsächlich diese von den anderen Soldaten ohne Einsatzerfahrung ab. Das kameradschaftliche Gefüge der Bundeswehr wird aber dadurch nicht zerstört, schließlich geht es zunächst lediglich um eine treffende Bezeichnung.
Unterschiedliche Gruppen in den Streitkräften hat es schon immer gegeben:
So haben auch Luftfahrzeugführer ein eigenes Selbstverständnis, das sie von anderen Soldaten selbstbewusst unterscheidet, ebenso wie Fallschirmjäger, Kampfschwimmer, Fernmelder, Aufklärer usw. Fast jeder Soldat kennt das Gefühl, in seiner Einheit, seinem Verband, seiner Waffengattung oder seiner Teilstreitkraft stolz darauf zu sein, dieser anzugehören und mit seinen Kameraden Herausforderungen zu meistern, die ihn von anderen Soldaten unterscheiden. Jeder, der einmal die Uniform getragen hat oder derzeit trägt, kennt die meist kameradschaftlichen „Sticheleien“ gegenüber der jeweils anderen Gruppe.
Jeder vernünftige Soldat weiß jedoch auch, dass man gerade im Einsatz nur im Team und mit anderen zusammen erfolgreich bestehen kann. Einsatzsoldaten sind sich dessen durchaus bewusst: Ohne Ausbildung im Inland gäbe es keinen Einsatz im Ausland. Ohne Logistik und Beschaffung gäbe es kein Material, auch nicht für den Scharfschützen oder den DINGO-Fahrer. Ohne Routinedienst in Deutschland gäbe es keine erfolgreiche Operation im Ausland.
Gleichwohl verdienen die Soldaten, die tatsächlich im Auslandseinsatz diese besonderen Herausforderungen meistern, die Bezeichnung Veteran. In der Bundeswehr der Zukunft wird die Relation zwischen Soldaten mit und ohne Einsatzerfahrung ohnehin kleiner werden, als noch die letzten 20 Jahre, zumal die Wehrpflicht ausgesetzt ist. Der Einsatz wird zur Realität für die Mehrheit aller Zeit- und Berufssoldaten, die danach gerne ihre Erfahrungen als Veteran im täglichen Dienstbetrieb im Inland weitergeben. Eine Spaltungsgefahr nur durch eine treffende Bezeichnung liegt also nicht vor.
Unterschiede zwischen allen Soldaten hat es bereits seit Gründung der Bundeswehr gegeben und gibt es noch heute – als Beispiel sei hier die Besoldung angeführt: Die einen erhalten eine Zulage, die anderen nicht. Mediziner, Piloten oder Fallschirmjäger haben ebenso mehr Geld in der Tasche gehabt, wie auch Schichtdienstsoldaten oder andere Spezialisten. Für die einen wird die Zulage sogar ruhegehaltsfähig, die anderen scheiden ohne diese Zusatzrente aus dem Dienst aus. Einsatzsoldaten erhalten eine höhere Entlohnung während des Einsatzes, andere nicht. Im April 2012 meldet die Bundeswehr, dass sie für IT-Spezialisten ab sofort eine Extra-Prämie von 20 Prozent mehr Sold bezahlt. Haben diese Unterschiede jemals die Bundeswehr gespalten?
Wer lediglich die Unterschiede betont und wer zu deutlich vor einer Spaltung warnt, erweckt eher selbst den Eindruck, er wolle Neid und Missgunst schüren und habe selbst ein einseitiges Verständnis von kameradschaftlichem Umgang innerhalb der Bundeswehr.
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Andere Meinungen:
Der Bund Deutscher Veteranen vertritt nur Partikularinteressen und trägt daher zu einer Zersplitterung der Bundeswehr bei.
Bund Deutscher Veteranen:
Die Kritiker, die uns als Veteranenverband die Vertretung von Partikularinteressen vorwerfen, akzeptieren gleichzeitig die seit Jahren gängige Praxis, dass sich Soldaten im Bund der Deutschen Infanterie e.V. engagieren, ebenso im Bund Deutscher Fallschirmjäger e.V., dem Bund Deutscher Pioniere e.V. oder der Marine-Offizier-Vereinigung (MOV) e.V. – um nur wenige zu nennen. Das innere Gefüge der Bundeswehr wurde durch diese Vielzahl an Vereinen bisher nicht geschädigt, der Zusammenhalt der Truppe ebensowenig.
Außerdem ist die Vertretung besonderer Interessen grundsätzlich ja positiv, wie man an der erfolgreichen Umsetzung der Verbesserungen z.B. beim Einsatzversorgungsverbesserungsgesetz durch den Bund Deutscher Veteranen gesehen hat. Auch der Bundeswehrverband und der Reservistenverband vertreten die Interessen ihrer Mitglieder, die durchaus unterschiedlich sein können, ohne dass es das Gefüge der Bundeswehr bisher gefährdet hätte.
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Andere Meinungen:
Die Diskussion um den Veteranenbegriff lenkt von den eigentlichen Themen für Einsatzsoldaten ab: Ausbildung, Ausrüstung, Betreuung, Fürsorge und Versorgung für diese sollte im Vordergrund stehen, nicht die Diskussion um einen Begriff.
Bund Deutscher Veteranen:
Das eine schließt das andere nicht aus. Da der Begriff Veteran aber noch nicht allgemein gebräuchlich ist, sollten wir diese Diskussion führen, ohne die anderen wichtigen Themen zu vernachlässigen. Die Diskussion über Veteranen kann und sollte sogar dazu genutzt werden, alle übrigen Elemente einer Veteranenpolitik zu thematisieren. Erst durch die Bezeichnung Veteran und eine dazugehörige Veteranenpolitik können langfristig alle wichtigen Themen für Einsatzsoldaten und deren Familien besser voran gebracht werden.
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Andere Meinungen:
Der Bezeichnung Veteran ist zu allgemein, es sollte zwischen Kriegsveteranen, Einsatzveteranen und Gefechtsveteranen (combat veterans) unterschieden werden.
Bund Deutscher Veteranen:
Diese Unterscheidungen mögen Militärhistoriker und Verfassungsrechtler begründen und ausarbeiten – nach unserem Selbstverständnis sind diese Trennungen nicht notwendig. Wir wissen, dass es auch unter Veteranen immer den kritischen Blick auf andere Kameraden gibt, die „weniger erlebt“ haben. Als z.B. in den Einsätzen auf dem Balkan die ersten Tornado-Piloten der Luftwaffe in scharfen Operationen ihre Waffen einsetzten, war deren Bodencrew in Italien stationiert und wartete auf die Rückkehr der Flugzeuge. Die einen flogen über feindlichem Gebiet scharfe Einsätze, die anderen warteten im Hotel in Italien auf die Rückkehr der Maschinen. Alle bekamen damals die gleiche Einsatzmedaille – was nicht bei jedem auf Verständnis stieß. Ein Soldat in Usbekistan, der an der ISAF-Mission teilnimmt, erhält die gleiche Auszeichnung wie der Kamerad, der in Afghanistan eingesetzt ist – egal ob in der Küche oder im gepanzerten Fahrzeug, ob in Mazar oder Kunduz. Umgangssprachlich wird unter Kameraden zwischen „Draußies“ und „Drinnies“ unterschieden.
Jeder Einsatz ist anders, jeder einzelne Soldat hat andere Bewährungsproben zu bestehen: manche wenige, andere sehr viele.
Für eine Begriffsdefinition „Veteran“ sollten nicht die extremen Einzelfälle unterschiedlicher Leistung, Erfahrung oder Belastung herausgestellt werden – die es immer geben wird –, sondern das Gemeinsame, das Verbindende und das für die Mehrheit Gültige: die besondere Erfahrung eines Einsatzes. Dies gilt nach unserem Verständnis für alle Veteranen und deren Familien. Dies ist der gemeinsame Nenner der Bezeichnung eines Veteranen. Weitere Unterscheidungen sind hierzu nicht notwendig.
Sollte jedoch ein Veteranenbegriff definiert werden, der möglichst alle Soldaten der Bundeswehr seit ihrer Gründung als solche bezeichnet, würden die Einsatzsoldaten sich in diesem Begriff nicht aufgehoben fühlen. Die Diskussion um eine genauere Unterscheidung zwischen Veteranen und Einsatzveteranen würde erneut beginnen.
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Andere Meinungen:
Mit Veteran ist ein erfahrener Soldat gemeint. Da jeder, der als Soldat einmal gedient hat, seine eigenen Erfahrungen gesammelt hat, sollten alle ehemaligen Soldaten als Veteranen bezeichnet werden. Andere Nationen benutzen die Bezeichnung Veteran ebenfalls für alle entlassenen Soldaten.
Bund Deutscher Veteranen:
Theoretisch könnte somit ein Soldat, der nur einen Tag die Uniform getragen hat und danach ausgeschieden ist, als Veteran bezeichnet werden. Dies würde seit der Gründung der Bundeswehr auf Millionen von Frauen und Männern in Deutschland zutreffen und würde die Begrifflichkeit derart verwässern, dass sie weder im internationalen Vergleich noch in der üblichen Selbstwahrnehmung der Soldatinnen und Soldaten haltbar wäre. Gerade als ehemalige Wehrpflichtarmee ist die Anzahl der entlassenen Soldaten in Deutschland sehr hoch – von diesen ca. neun Millionen Grundwehrdienstleistenden war aber kein einziger im Auslandseinsatz. Würden alle Soldaten seit 1955 als Veteranen bezeichnet werden, bräuchte der Begriff gar nicht eingeführt werden, „Soldat“ oder „Reservist“ wären hinreichend.
Der Verweis auf andere Nationen ist berechtigt, hierbei sollte aber deren militärischer Hintergrund berücksichtigt werden: Es gibt Armeen, in denen z.B. jeder entlassene Soldat automatisch als Veteran bezeichnet wird, weil davon ausgegangen wird, dass er ohnehin in seiner Dienstzeit in einem „scharfen“ Einsatz gedient hat (siehe Israel). Andere Nationen führen zusätzliche Begriffe ein, um zu betonen, wer im Einsatz war und wer nicht (combat veteran).
Darüber hinaus wird in der Bundeswehr der Zukunft mit geringerem Personalkörper und vermutlich andauernden Auslandseinsätzen in den nächsten Jahrzehnten ohnehin die Quote der Soldatinnen und Soldaten mit Einsatzerfahrung ansteigen und zur Normalität werden, ebenso wie die Selbstwahrnehmung als „Veteran“.
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Andere Meinungen:
Der Begriff des Veteranen mindert die Anerkennung für die Leistungen der Kameraden aus der Zeit des Kalten Krieges, die ebenso scharfe Einsätze durchgestanden haben, aber eben nicht in den jetzt üblichen Auslandseinsätzen.
Bund Deutscher Veteranen:
Die Anerkennung von Leistungen der Kameraden der Bundeswehr, die vor den Auslandseinsätzen ihren Dienst geleistet haben, wird alleine durch eine Begriffsdefinition nicht gemindert. Die besonderen Herausforderungen des Soldatenberufes wurden auch lange vor 1992 von vielen Kameraden herausragend gemeistert. Deren Leistungen sind angemessen durch die damals gültigen Instrumentarien wie Orden und Ehrenzeichen, Beförderungen, Beurteilungen, Dienstzeugnisse oder Zulagen berücksichtigt worden. Das Herbeireden einer Missachtung dieser Leistungen alleine durch eine Veteranendefinition erscheint nicht angemessen.
Wir möchten uns daher nicht an einer vergleichenden Olympiade der Anerkennung von Leistung, Mut und Opferbereitschaft zwischen Soldaten mit und ohne Einsatzerfahrung beteiligen. Der kameradschaftliche Umgang zwischen allen Soldatinnen und Soldaten verbietet eine solche Vorgehensweise – zumal ein Veteran nach seinem Einsatz in der Regel für die nächsten Jahre ebenfalls wieder im Inland eingesetzt ist und daher beide Seiten kennt.
Der direkte Vergleich von Leistungen einzelner Soldaten würde stets Unterschiede hervorbringen: Welche Anerkennung verdient wohl ein Starfighterpilot der 1960er Jahre, der viel zu oft am Grab seiner getöteten Kameraden stehen musste und für den jede Flugstunde ein scharfer Einsatz war, im Vergleich zu dem Betreuungssoldaten, der in den letzten Jahren in einem relativ ruhigen Auslandseinsatz eingesetzt war? Welche Anerkennung verdienen wohl die mehr als 3.800 Soldaten und zivilen Mitarbeiter, die in den 1960er und 70er Jahren durch ihren Dienst in der Bundeswehr so mit Radarstrahlen in Kontakt gekommen sind, dass sie noch heute darunter leiden, sofern sie noch nicht an Folgekrankheiten gestorben sind?
Die Solidarität und die Kameradschaft aller vernünftigen Soldatinnen und Soldaten untereinander sollte dazu genutzt werden, gegenseitig Respekt und Anerkennung zu zollen – der Veteranenbegriff sollte dem nicht im Wege stehen. Die heutigen Veteranen achten und respektieren die Leistungen der Generationen von Kameraden, die im Kalten Krieg ihre Aufgabe gemeistert haben – umgekehrt sollte es ebenso einfach sein anzuerkennen, dass es heute eine Generation von Einsatzsoldaten gibt, die mehrheitlich eine zusätzliche Erfahrung gemacht haben, die eines Veteranen!
Der Bund Deutscher Veteranen sieht in einem Veteranentag grundsätzlich die Chance, den mehr als 300.000 Frauen und Männern der Bundeswehr, die bereits in einem Auslandseinsatz gedient haben, eine größere Wahrnehmung entgegen zu bringen, Danke zu sagen und Respekt und Anerkennung gegenüber diesem besonderen Dienst am eigenen Land zu fördern.
Zunächst sollte aber, wie bereits dargelegt, der Begriff des Veteranen einvernehmlich und nachhaltig definiert werden.
Unter der Voraussetzung, dass mit „Veteranen“ die Einsatzsoldaten der Bundeswehr gemeint sind, vertritt der Bund Deutscher Veteranen hierzu folgenden Positionen:
Darüber hinaus kann ein Veteranentag nur dann erfolgreich durchgeführt werden, wenn er möglichst viele gesellschaftliche Gruppen erreicht. Hierzu sollten diese die Gelegenheit erhalten, sich an der Durchführung zu beteiligen: Vorstellbar ist an einem Veteranentag beispielsweise:
Wir haben daher bereits vorgeschlagen, den Beginn der ersten Auslandseinsätze der Bundeswehr als Datum für einen Veteranentag festzulegen. Hierzu würde sich der Beginn des Kambodscha-Einsatzes anbieten – wobei festzulegen wäre, ob es nun das Datum der Entscheidung der Bundesregierung für diesen Einsatz sein sollte (8. April 1992), das Eintreffen des Vorkommandos in Kambodscha (22. Mai 1992) oder der Beginn des Betriebes des Feldlazarettes (8. Juni 1992) oder auch ein anderer festzulegender Tag. Der Deutsche Bundestag sollte hierzu mit der Bundeswehr darüber übereinkommen, an welchem Datum nach heutigem Verständnis die Auslandseinsätze der Bundeswehr begonnen haben.
Neben diesen grundsätzlichen Überlegungen zum Veteranentag und einem möglichen Datum stellen wir uns auch zu diesem Thema der Kritik und stellen unsere Position zur Diskussion:
Andere Meinungen:
Ein Veteranentag sollte nicht durchgeführt werden, weil er nur zu scheinbaren Solidaritätsbekundungen und unehrlichen Lippenbekenntnissen genutzt werden wird, aber nichts an der Situation für Veteranen verbessert. Nach diesem Tag bleibt alles wie vorher.
Bund Deutscher Veteranen:
Ein Ehrentag ist zunächst einmal ein symbolischer Akt. Dies ist nicht unbedingt negativ, denn ohne einen Veteranentag fehlt selbst dieses Symbol. Ob dieser Tag nachhaltig dazu genutzt werden kann, tatsächlich angemessen an die Veteranen zu denken, ihre Familien einzubeziehen und die Wahrnehmung von Veteranen zu verbessern, darüber kann erst entschieden werden, wenn die Elemente einer Durchführung bekannt sind. Bei der Planung eines solchen Ehrentages ist daher darauf zu achten, dass eine möglichst breite Einbindung der Veteranen selbst, aber auch der Bürger in Deutschland stattfinden kann.
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Andere Meinungen:
Ein Veteranentag stellt die Einsatzsoldaten besonders heraus. Es gibt aber zahlreiche Menschen aus anderen Berufsgruppen, die etwas Besonderes für Deutschland leisten und die ebenfalls einen solchen Dank verdient hätten, die aber nicht unter den Begriff Veteran fallen und daher an einem solchen Tag übergangen würden.
Bund Deutscher Veteranen:
Wie auch immer eine Definition des „Veteranen der Bundeswehr“ lautet, wie auch immer ein Ehrentag für diese Veteranen gestaltet werden mag – richtig ist, dass alle „anderen“ fragen könnten: Wieso werde ich nicht geehrt?
Ein gegenseitiges Aufrechnen erbrachter Leistungen andere Berufsgruppen mit denen der Veteranen sollte jedoch nicht stattfinden. Die möglichen Beispiele sind kaum zu zählen: Verdient der Diplomat, der im Auftrag Deutschlands sehr lange u.a. auch in Krisenherden der Welt seinen Dienst verrichtet, nicht auch unseren Respekt und die Anerkennung? Müssten wir nicht auch die Helfer von THW, Feuerwehr, Polizei und Rettungsdiensten einbinden? Was ist mit den tausenden von engagierten Bürgerinnen und Bürgern, die sich freiwillig – zum Teil auch ehrenamtlich – weltweit in Organisationen für andere Menschen mit aufopferungswürdiger Motivation einsetzen, auch unter erheblichen persönlichen Entbehrungen? Was ist mit der Vielzahl von kirchlichen Initiativen, die anderen Menschen in Not weltweit helfen? Wie werden die Ärzte gewürdigt, wie die Apotheker, die Handwerker und die Ingenieure, die ebenfalls im Ausland ihren Dienst verrichten? Und warum eigentlich nur im Ausland? Wer hilft im Inland bei Flutkatastrophen oder anderen Naturkatastrophen – zum Teil ebenfalls unter Einsatz seines Lebens?
Wollte man durch einen Veteranentag tatsächlich alle Berufsgruppen in einen Ehrentag einbinden, würde allerdings das Ziel verfehlt. Nur die Veteranen der Bundeswehr riskieren durch ihren Beruf im Auftrag des Deutschen Parlaments Leben und Gesundheit für den Deutschen Staat und alle seine Bürger – somit sollten wir uns der Normalität zahlreicher anderer Nationen annähern und genau diesen Menschen einen Tag widmen.
Darüber hinaus vergessen die Kritiker eines Veteranentages, dass es durchaus bereits andere Ehrentage gibt, ohne dass die Veteranen dies bisher kritisiert haben. Beispiele hierzu sind:
8. Mai – Weltrotkreuztag
19. August – Welttag der humanitären Hilfe
5. Dezember – Internationaler Tag des Ehrenamtes
20. Dezember – Internationaler Tag der menschlichen Solidarität
Außerdem ist es jeder Berufsgruppe unbenommen, sich selbst für einen eigenen Ehrentag einzusetzen.
Der Reservistenverband, der die aktuelle Diskussion derzeit dazu nutzt, statt eines „Veteranentages“ einen allgemeinen „Tag der Anerkennung“ zu fordern, begeht beispielsweise seit 2001 regelmäßig am letzten Samstag im September bundesweit den „Tag der Reservisten“ – ohne dass dies Veteranen oder andere Berufsgruppen dagegen aufgebracht hätte.
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Andere Meinungen:
Ein Veteranentag soll die Einsatzsoldaten für ihren militärischen Dienst ehren. Da aber der Einsatz von militärischer Gewalt grundsätzlich nicht anzustreben ist, würde ein solcher Tag die Gesellschaft militarisieren und ist daher abzulehnen.
Bund Deutscher Veteranen:
Ob mit oder ohne Veteranentag: Der Einsatz der Bundeswehr im Ausland wird auch immer zur Kritik daran führen und umstritten bleiben, ob nun die gefühlte Mehrheit der Bevölkerung sehr schnell nach militärischen Mitteln ruft („Da müsste man endlich mal was tun“) oder ein Einsatz der Bundeswehr mehrheitlich abgelehnt wird („Schneller Abzug der Truppen und zwar sofort“).
Die Gesellschaft würde sich durch einen Veteranentag nicht militarisieren lassen. Er könnte sogar dazu einladen, die unterschiedlichen Meinungen zu einem solchen Anlass ausführlich zu diskutieren und über Sinn oder Unsinn von Auslandseinsätzen nachzudenken.
Außerdem sollten auch die Kritiker eines Einsatzes nicht vergessen, dass es um tausende von Menschen und ihre Familien geht, die oft als entlassene Soldaten mitten unter uns leben. Ein Veteranentag kann und sollte daher auch von Kritikern dazu genutzt werden, Überlegungen anzustellen, wie die Gesellschaft in Deutschland mit diesen Veteranen und deren Familien umgehen möchte.
Darüber hinaus würden wir uns von diesen Kritikern wünschen, etwas mehr Gelassenheit gegenüber einem Veteranentag zu zeigen, auch wenn Meinungsverschiedenheiten vorliegen mögen. Wie so etwas funktionieren kann zeigt die Durchführung eines anderen Tages, der völlig ohne Aufregung bereits seit Jahren durchgeführt wird – der Internationale Tag der Kriegsdienstverweigerung am 15. Mai.
Ein Veteranentag kann nur ein Teil einer möglichen Veteranenpolitik in Deutschland sein. Diese muss noch formuliert werden.
Soldatinnen und Soldaten werden durch den Deutschen Bundestag in die Auslandseinsätze entsandt. Daher sollten die Abgeordneten ihrer besonderen Verantwortung für ihre Parlamentsarmee gerecht werden und sowohl den Begriff des Veteranen einvernehmlich definieren, als auch gemeinsam über Maßnahmen einer Veteranenpolitik nachdenken.
Die FDP hat mit der Einladung zu einem Fachgespräch am 29. März 2012, zu dem auch der Bund Deutscher Veteranen geladen war, einen Anfang gemacht. Die Gestaltung einer Veteranenpolitik kann aber langfristig nur dann zum Erfolg führen, wenn alle Fraktionen des Deutschen Bundestages diese mehrheitlich und nachhaltig vertreten können.
Da bislang nur wenige Vorschläge einer möglichen Veteranenpolitik erkennbar sind, möchten wir – abgesehen vom „Veteranentag“ – einige strukturelle, materielle und immaterielle Maßnahmen als Vorschläge einbringen:
Gute Ideen sind meist schnell formuliert, scheitern aber oft in der Durchführung, weil keiner dafür bezahlen möchte. Politiker appellieren hier gerne an die „Verantwortung der Wirtschaft“ – und meinen damit eigentlich: Vorschlag ist gut, bezahlen sollen aber andere. Die Bundeswehr kennt dies als „kostenneutrale Lösung“, d.h. es stehen keine zusätzlichen Haushaltsmittel zur Verfügung. Eine mögliche Veteranenpolitik wird aber nur dann funktionieren, wenn diese auch durch den Haushalt abgedeckt und finanziert wird. Mögliche Maßnahmen, für die Mittel zur Verfügung gestellt werden müssten, könnten sein:
Durch folgende Vorschläge möchten wir verdeutlichen, dass es durchaus Elemente einer Veteranenpolitik geben könnte, die nichts oder nur sehr wenig an Haushaltsmitteln kosten:
Der Bund Deutscher Veteranen begrüßt die derzeitige Diskussion über eine mögliche Veteranenpolitik in Deutschland ausdrücklich. Mit unseren derzeitigen Vorschlägen wollen wir die Diskussion bereichern, ohne jedoch den Anspruch zu erheben, wir hätten alle möglichen Elemente einer Veteranenpolitik bereits erfasst oder würden die einzig geltende Meinung vertreten. Bei mehr als 300.000 Frauen und Männern, die bislang für Deutschland im Auslandseinsatz waren, gibt es entsprechend unterschiedliche Sichtweisen und Meinungen.
Unserer Thesen sind aus der vereinsinternen Diskussion entstanden und stellen die mehrheitliche Meinung im Bund Deutscher Veteranen dar, sie stehen nicht unbedingt für die Meinungen unserer Kooperationspartner. Wir werden unsere Vorschläge als Verein durch die Mitgliederversammlung im Sommer 2012 bewerten lassen und bei Bedarf fortschreiben.
Alle übrigen Diskussionsteilnehmer, vor allem diejenigen, die den Begriff des Veteranen bereits seit Jahren benutzen, sollten zunächst die Begrifflichkeit definieren, um dann ebenso ihre Vorschläge für eine zeitgemäße Veteranenpolitik einzubringen.