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14.07.2011 16:06 von Veteranenverband Bund Deutscher Veteranen
von Wolfgang Borchert
Thalia Theater, Hamburg
Inszenierung: Luc Perceval
Premiere 2. April 2011, weitere Aufführungen: Spielzeit 2011/12
http://www.thalia-theater.de/
„Über die Erfahrung der Heimkehrer aus einem anderen Krieg schrieb schon 1946 der 26-jährige Hamburger Wolfgang Borchert. Ganz ohne Traumaforschung machte er die Rückkehr des Kriegsheimkehrers Beckmann nach Hamburg als Albtraum erfahrbar. Wie im Fieber wandert er durch die Straßen eines verlorenen Gestern und bleibt doch im Dazwischen stecken: zwischen Leben und Tod, Vergangenheit, Traum und Realität. Gepeinigt vom immer gleichen Traum, in dem die Toten schreien und ein schauerliches Konzert auf einem Xylophon aus Menschenknochen gespielt wird, sucht er voll Verzweiflung nach einem Ort, wo all das aufhört. Gibt denn keiner, keiner Antwort?“ (Aus der Programmankündigung)
„Stille ist der Todfeind aller Effekthascherei und Lügen – Luc Percevals Inszenierung beginnt mit Minuten absoluter Stille. Die Bühne ist bis zur Rückwand aufgerissen, schwarz. Über ihre ganze Breite hängt schräg von hinten nach vorn ein Spiegel. Dieses genial karge Bühnenbild vervierfacht die Darsteller, schafft einen Raum ohne festes Oben und Unten, so, als spiegele alles im Wasser der Elbe, in die sich der Kriegsheimkehrer Beckmann am Ende ein zweites, endgültiges Mal stürzt.“ (FAZ)
„Unteroffizier Beckmann, der geschundene Schinder, der traumatisierte Soldat, wird bei Perceval zur Stimme des Rufers im Abgrund. Und Felix Knopp knurrt, röchelt, schreit, brüllt, hechelt, und weint seine Fragen an Gott und all die anderen, die versagt haben, ins Mikrofon – bis zum Aufschrei in Hardrock-Lautstärke das Spiegelbild zittert -, gehetzt vom Chor der Toten und Verwundeten, für die er die Verantwortung trägt. (...) Die gleichgültigen Überlebenden, die abgestumpft Leben vorspiegelnden, werden von Barbara Nüsse gespielt – allesamt, vom lieben Gott bis zur Frau des Einbeinigen, vom Kabarettbesitzer über den Oberst bis zur Frau, die jetzt in der Wohnung der Eltern Beckmann lebt. (...) Sie lassen den Unteroffizier in den moralischen Abgrund stürzen, der tiefer klafft, als die Bombenkrater.“ (Welt)
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